Filmpreis der Zürcher Kirchen wird auch in 2018 vergeben

Die Reformierte und die Katholische Kirche im Kanton Zürich vergeben im Rahmen des Zurich Film Festival (27. September bis 7. Oktober 2018) erneut den «Filmpreis der Zürcher Kirchen». Der Preis fördert das Filmschaffen und den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.

Eine ökumenische Jury prämiert aus der Wettbewerbsreihe «Fokus: Schweiz, Deutschland und Österreich» einen Film, der sich neben künstlerischer Qualität durch die Vermittlung biblischer Werte in einer universellen
Perspektive auszeichnet und einen relevanten Beitrag in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen leistet. Die Reihe umfasst sowohl Dokumentar- wie auch Spielfilme. Der Förderpreis von 5 000 Franken wird am 4. Oktober 2018 im Rahmen einer Preisverleihung inklusive Filmvorführung dem Regisseur oder der Regisseurin des Gewinnerfilms übergeben.

In 2017 erhielt der Film «Blue My Mind» den Filmpreis der Zürcher Kirchen. Er hat die Jury überzeugt, weil Lisa Regisseurin Brühlmann darin mutig der Frage nachgeht, warum Jugendlichen die Luft zum Atmen fehlt. Sie sprengt im Film drastisch und verstörend Grenzen. Künstlerisch originell zeigt sie das Innere der Teenagerin Mia. Das universelle Thema des Erwachsenwerdens trifft auf aktuelle Generationenkonflikte, die im Familienalltag stattfinden. Mit einer berührenden Metapher öffnet sie den Horizont für das Neue.01-bluemymind.jpg

 

Filme thematisieren Licht- und Schattenseiten des menschlichen Lebens, vermitteln Hoffnungen, Visionen und Sehnsüchte – und erreichen damit viele Menschen. Dass Kirche sich für den Film interessiert, liegt nahe, denn auch im Fokus des kirchlichen Handelns steht der Mensch. In der kulturellen Debatte, die am Zurich Film Festival geführt wird, wollen sich die Zürcher Kirchen mit ihrer Stimme einbringen. Indem sie einen Film prämieren, zeigen sie einer breiten Öffentlichkeit, dass Kirchen und Kultur eng verknüpft sind.

Die historische Verbindung von Film und Religion

«Religion gehört ganz genuin zum Film», sagt Daria Pezzoli-Olgiati, Professorin für Religionswissenschaft in München. Auch wenn nicht immer explizit davon die Rede sei, würden religiöse Dimensionen dort sichtbar, wo Figuren auf der Suche nach Orientierung und im Kampf von Gut gegen Böse seien. Dieser Überzeugung folgen die reformierte und katholische Kirche, indem sie den ersten «Filmpreis der Zürcher Kirchen» lancieren, der am 5. Oktober im Rahmen des Zurich Film Festivals verliehen wird. Zur ökumenischen Jury gehört auch Daria Pezzoli-Olgiati.

Filmförderung mit langer Tradition

Aus finanziellen Gründen haben die Kirchen in den letzten Jahren ihr Filmengagement reduziert. Statt das Geld für die Filmförderung gesplittet in viele Klein-Beiträge an unterschiedliche Produktionen eher im «Verborgenen» zu verteilen, setzen sie neu auf die Präsenz am wichtigsten Filmanlass im Kanton Zürich beziehungsweise in der Deutschschweiz.

 

Filme mit universeller Perspektive

Die Jury bewertet die künstlerische Qualität, die biblische Sichtweise, die christliche Verantwortung und die Relevanz der Filme in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Dabei werden Filme mit universeller Perspektive gesucht. Zudem sollen die Beiträge auch christliche Verantwortung, Humanität und Menschenrechte berücksichtigen.

 

Dialog zwischen Religionen und Kulturen fördern

Der Preis wird ökumenisch ausgerichtet und fördert den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen. Der Filmpreis der Zürcher Kirchen besteht aus einer Urkunde und dem Preisgeld von 5000 Franken.